Das Kind braucht einen Namen

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Von der Idee zum fertigen Spiel ist es weit. Aber woran arbeitet man eigentlich? Das Kind braucht also zuerst einen Namen.

Da gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten.

Worum geht es?

Das Spiel, welches ich mir ausgedacht habe, ist ein Aufbau-Spiel für mehrere Spieler gleichzeitig und wird online gespielt.

Klassisch nennt sich das Genre MMORPG: Massively Multiplayer Online Role-Playing Game: https://de.wikipedia.org/wiki/Massively_Multiplayer_Online_Role-Playing_Game

Als Grundidee verweise ich noch gerne auf diesen Blog-Eintrag: http://www.grafiction.de/2018/02/04/pay2win-wer-verliert/

Es gilt in kurzen Sätzen zu beschreiben, was das Spiel ausmacht bzw. worum es geht. In meinem Fall lautet dieses Statement:

„Das Spiel simuliert das Leben auf dem Planet Mars. Der Spieler verwaltet seine Heimatbasis und Stützpunkte. Er widersetzt sich den örtlichen Gegebenheiten und baut lebensnotwendige Rohstoffe ab, um seine Gebäude und Infrastruktur zu entwickeln.“

Soweit – so detailliert. Genauere Regeln, technische Details, Grafiken oder sogar Layouts benötigt man zuerst nicht.

Von der Idee zum (internen) Projektnamen

Nach der Idee kommt meist die Frage: „Wie sollen wir das denn nennen?“

Schon früh bei der Entwicklung soll eine Projektstruktur angelegt werden – und dieses Projekt verlangt nach einem Namen. Eine einfache Projektnummer (z. B. „0815“) oder ein interner Name ist vielleicht schnell gefunden.

Windows 95 wurde z. B. intern unter dem Arbeitstitel „Chicago“ entwickelt, der später tatsächlich auch externe Nutzung fand: https://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Windows_95

Man kann sich allerdings über den Namen auch gleich richtige Gedanken machen.

Markenrechte

Zuerst schaue ich, ob es vergleichbare Titel gibt – in meinem Fall „Mars“ und bemühe Google, herauszufinden in welchem Kontext dieser Name bereits auftaucht:

Ich stoße auf den Titel „Surviving Mars“ – vor 5 Tagen erschienen und eigentlich das, was ich mir vorstellte. Allerdings als reines PC-Simulations-Game – nicht als Cross-Platform, nicht online und somit für ein entspanntes Tablet-Abenteuer auf der Couch nicht geeignet:

https://www.paradoxplaza.com/surviving-mars/SUSM01GSK-MASTER.html

Ich beschließe mir das Spiel erst später näher anzuschauen, um keinen unbewussten Ideenklau zu betreiben – merke mir aber, dass „Surviving Mars“ als Name sicher nicht in Frage kommt.

Weitere Suchergebnisse aus der Spielewelt:

„Mars Tomorrow“ – Cross-Platform: https://web.mars-tomorrow.com/index-de.html

„Terraforming Mars“ – ein Brettspiel: https://www.schwerkraft-verlag.de/shop/terraforming-mars/terraforming-mars/

Kombinationen mit „Mars“ gibt es auch in der Filmwelt. Der bekannteste Titel „Mars attacks!“: ohne Frage ein Meilenstein der Filmgeschichte.

Buch und Film verbieten „Der Marsianer“ bzw. den Original-Titel „The Martian“.

Sämtliche Mars-Missionen der NASA entfallen ebenfalls als Namensgebungen.

Ähnlichkeiten zu bestehenden Namen

„Marsedes Benz“ ist tatsächlich als Marke nicht eingetragen – dennoch: Finger weg!

„Clash of Mars“ halte ich ebenfalls nicht für eine gute Idee – die Ähnlichkeit zu „Clash of Clans“ provoziert den Hersteller Supercell sicherlich.

„Bruno Mars“ verbietet sich meines Erachtens völlig – aus vielfältigen Gründen…

Entscheidungsfindung

Ich beschließe mein Projekt „Misson to Mars“ zu nennen – halt – nein – ich will ja nicht ZUM Mars, sondern bin AUF dem Mars: „Mission on Mars„.

Abkürzung möglich?

Apropos Film: „Wolkig mit Aussichten auf Fleischbällchen“ hat ihn erfunden – den F.L.D.S.M.D.F.R. (sprich: Flitzemdeföhr) – Flint Lockwoods diatonischer supermutations dynamischer Fressalienreplikator – multilingual unter https://www.youtube.com/watch?v=UjUeSBW5b5w.

Es geht also auch kompliziert – ich denke mit meinem „MoM“ als Abkürzung für „Mission on Mars“ kann ich leben.

Käme bei meiner Projektabkürzung aber ein „WoW“ oder ein „LoL“ heraus, würde ich mir einen anderen Namen für das Projekt überlegen – diese Abkürzungen sind im Spielergenre definitiv vergeben für „World of Warcraft“ und „League of Legends“.

Prüfung eines möglichen Namens

Findet man einen möglichen Namen, so kann man bei einigen Portalen bequem prüfen, ob Internetdomänen frei sind – auch in Kombination mit einigen Markenregistern. Hilfreich hat sich diese Seite gezeigt:

http://www.markenchk.de

Und sehr gerne empfehle ich auch die Suchseite des Deutschen Patent- und Markenamt, welches neuerdings auch EU-Marken-Suche ermöglicht:

https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/einsteiger

Registrierung

Vor einigen Jahren habe ich eine Marke EU-weit eintragen lassen – mit allen Notarkosten für ein paar wenige Business-Schlüssel habe ich 2013 etwa 3.500,00 € ausgegeben – und zwar vor Produktreife. Das Projekt hat die Beta-Phase nicht überstanden.

Mittlerweile bin ich der Meinung, dass das Schützen eines Namens oder einer Marke erst im Nachgang verfolgt werden sollte, falls überhaupt notwendig. Um das Budget nicht zu überanstrengen, registriere ich lediglich zwei freie Internetdomains

www.mission-on-mars.de

www.mission-on-mars.com

und bin zufrieden – habe ich doch einen Arbeitstitel, der ggf. extern auch Verwendung finden kann (Kosten der Registrierung in Summe 21,36 € für ein Jahr).

Externe Links

Unterhaltsames zur Namensgebung (ein bisschen Off-Topic):

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